Die .NET DevCon 2011 fand am 6. Und 7. Juni in Nürnberg statt. Der Veranstalter war die Neue Mediengesellschaft Ulm mbH, die unter anderem Herausgeber der .NET Fachzeitschrift dotnetpro ist. Von der Neuen Mediengesellschaft Ulm gab es bis jetzt nur die Prio Konferenz. Die Prio hat im Gegensatz zur DevCon einen Themenschwerpunt, wie zum Beispiel verteilte Architektur oder Cross Plattform Development.
Bei der DevCon waren die Themen bunt gemischt. Es gab zum Beispiel Vorträge aus dem Bereich Architektur, Soft Skills, SharePoint, Codequalität, Visual Studio oder GUI.
Was komplett fehlte, waren Themen aus den Bereichen Webentwicklung und Mobile Development. Dafür gibt es zwei eigene Konferenzen, die Web DevCon, welche im Oktober in Hamburg stattfinden wird und die Mobile DevCon, die nur einen Tag dauert und in drei verschiedenen Städten stattfindet.
Zurück zur DevCon 2011 und meinen Eindrücken von der Konferenz:
Erster Tag
Die Konferenz begann für mich mit einem Vortrag von Thomas Mentzel, er sprach über Design Patterns.
Jeder der hin und wieder seinen Blog liest, weiß, dass Patterns sein Steckenpferd sind. Er zeigte anhand eines gemauerten Torbogens, dass es Patterns schon vor 2000 Jahren gab und dass diese sich bis heute weiterentwickelt haben. Die Kernaussage seines Vortrages war, dass man nicht nur Patterns kennen und anwenden sollte, sondern dass Patterns auch ständig weiterentwickelt werden müssen, in dem zum Beispiel neue Sprachfeatures genutzt werden.
Constantin Klein, besser bekannt unter dem Namen Kostja, brachte Licht ins Dunkle in Sachen SQL Server Versionen. Er stelle alle Versionen vor und besprach die Unterschiede. Am meisten waren Infos zur Compact Edition gefragt, die erst seit der .NET Version 4 in ASP.NET Webseiten eingesetzt werden kann. Ein sehr gelungener Vortrag! Leider war er nicht gut besucht.
Am Abend des ersten Tages sprach Golo Roden über FogBugs & Kiln, eine verteilte Source-Code-Verwaltung mit einem schicken Webinterface. Die Source-Code-Verwaltung basiert auf Mercurial.
Golo war der Meinung, dass FogBugs & Kiln eine gute Alternative zu einigen Features aus dem TFS sind. Golo ließ in seinem Vortrag kein gutes Haar am TFS, die Kritikpunkte waren unteranderem die Trägheit und die fehlende Offlinefähigkeit des TFS.
Interessant fand ich, dass das anwesende Publikum ihm zustimmte und das keiner Partei für den TFS ergriffen hat.

Der erste Tag wurde mit einer Open Night beendet. Vor dem Essen referierte Faisal Jilani (Project Manager bei Microsoft aus Redmond) über die MSDN und das Hilfe System im Visual Studio.
Ab 21 Uhr gab es ein Coding Dojo vom Erfinder des Dojos: Ilker Cetinkaya.
21 Uhr fand ich etwas zu spät, so dass ich nicht teilgenommen habe.
Zweiter Tag
Den zweiten Tag begann ich mit dem Vortrag „Von der Idee zum Modell“ von Jan Fellien. Nach etwas Theorie zum Thema Modellierung zeigte er sehr anschaulich, dass viele Probleme im Softwareentwicklungsprozess vermieden werden können, wenn eine Dokumentation in Form eines Modells erstellt wird. Er demonstrierte, wie ein solches Modell in kurzer Zeit und ohne großen Aufwand erstellt werden kann.
Der nächste Vortrag, auf den ich eingehen möchte, ist der Vortrag von Roland Weigelt. Ich wusste von Roland, dass er diesen Vortrag in den letzten Jahren schon mehrfach gehalten hatte und dass er den Vortrag bei jedem Mal weiter verfeinert hatte. Meine so geschürten hohen Erwartungen sollten nicht enttäuscht werden.
Der Vortrag richtete sich an Entwickler, die in der Regel nicht designen können. Das Ziel des Vortrages war es nicht, aus einem Bock einen Gärtner zu machen, sondern den Entwicklern zu zeigen, dass es nur ein kleiner Schritt ist, um aus einer grauenvollen GUI eine ansprechende und solide wirkende Benutzeroberfläche zu machen. Er nannte einige Regeln und Kochrezepte die sicher jeder nachvollziehen konnte.
Rolands Vortrag hatte mit über 300 Folien, meiner Meinung nach, die höchste Informationsdichte an diesem Tag. Er musste seinen Vortrag direkt nach dem leckeren und reichhaltigen Mittagessen halten. Bedingt durch das so genannte Suppenkoma hatte er leider nicht immer die volle Aufmerksamkeit aller Zuhörer.
Im Gegensatz zu Rolands Vortrag hatte Roberto Bez nur sehr wenige Zuhörer, was ich nicht ganz nachvollziehen kann.
Im Abstract wurde versprochen, dass er zeigt, wie die Razor View Engine aus ASP.NET MVC 3 auskoppelt und als leistungsfähige Template Engine zur Erzeugung von HTML-Dateien oder Reports eingesetzt werden kann.
Genau dies hat Roberto Schritt für Schritt vorgeführt. Es war interessant zu beobachten, wie er ein Konsolenprogramm entwickelt hat, das mit Hilfe von Razor Serienbriefe oder HTML Emails generieren konnte. Im Gegensatz zu T4 konnte dabei auf die hässlichen, spitzen, gelben Klammern verzichtet werden.
Mein letzter Vortrag, war ein Vortrag in dem die Firma Centron eine Beta Version ihrer Private-Cloud namens CCloud vorgestellt hat. Centron versteht im Moment unter einer Private-Cloud einen virtuellen Server, bei dem man den RAM oder den Festplattenspeicherplatz per Schieberegler einstellen kann und nur die tatsächlich verbrauchte Leistung zahlen muss.
Fazit
Dieses Mal möchte ich gern auf mein persönliches Fazit verzichten und einige Tweets zitieren, die zum Hashtag der Konferenz getwittert wurden:
- #dndc11 ist vorbei. Bin schon zuhause angekommen. Schön wars. (@minibrain81)
- perfekte organisation, gute vorträge, gerne wieder #Dndc11 (@SKTime888)
- #dndc11 is almost over now. Good talks, nice people, well organized. Thanks everybody! Two sessions left, than heading back to #austria (@dtanzer)
- Tschüss Nürnberg. Tschüss @dotnetdevcon. Bis zum nächsten Jahr! #Dndc11 (@MrMoratti)
- Coole Veranstaltung - Hat sich gelohnt! #dndc11 (@chrinner)
- zurück vom #dndc11 - war erkenntnisreich und spannend zugleich. danke an alle teilnehmer und die organisatoren. jetzt erstmal verarbeiten (@ilkerde)
- Back at home - war eine tolle veranstaltung - viele coole leute und super organisation. Hope for another one! #dndc11 (@RobertoBez)
Fotos und Grafiken: Neue Mediengesellschaft Ulm mbH