Der letzte Vortrag vom Technical Summit 08, über den ich berichten möchte, ist der Vortrag über "Windows Embedded Standard 2009" von Alexander Wechsler. Alexander Wechsler ist Experte für Software Technologien im Embedded- und Enterprise-Bereich.

Was ist Windows Embedded Standard 2009?
Windows Embedded Standard 2009 ist der offizielle Nachfolger von Embedded XP und basiert auf Windows XP Professional SP3, somit läuft Windows Embedded nur auf x86 Architekturen.
(Auf der linken Abbildung fehlt das .NET Microframework)
Es ist nur als 32 Bit Variante verfügbar und kommt auf Geräten wie Jukeboxen, Kassen oder im Medizinbereich zum Einsatz.
Da es auf Windows XP basiert, ist es im Gegensatz zu Windows CE kein Echtzeitbetriebssystem. Windows Embedded ist modular aufgebaut, dadurch ergibt sich ein Sicherheits- und Performancegewinn gegenüber einem normalen Windows XP, da nur die Module installiert werden müssen, die wirklich benötigt werden. Wird zum Beispiel kein Internet Explorer auf dem Zielsystem benötigt, wird dieses Modul einfach nicht installiert.
Jede Software, die unter Windows XP läuft, wird auch unter Windows Embedded laufen, vorausgesetzt die entsprechenden Module sind im Image enthalten. Im Moment wird das .NET Framework bis zur Version 3.0 unterstützt, die Unterstützung für .NET Framework 3.5 SP1 wird in Kürze folgen.
Im Gegensatz zu Windows XP enthält Windows Embedded die so genannten „Embedded Enabling Features“. Diese enthalten unter anderem die folgenden Features, welche im Embedded Umfeld sehr sinnvoll sind.
- USB Boot – Booten von USB Devices
- File and Enhanced Based Write Filter – ein hochkonfigurierbares Sicherheitsfeature, welches das Schreiben auf vorgegebene Bereiche verhindern kann.
- Registry Filter – Zugriffsschutz für die Registry
- Hibernate Once Resume Many – Unterstützung für sehr schnelles booten.
Alexander Wechsler führte live vor, wie einfach es ist, ein Betriebssystemimage für einen bestimmten Einsatzzweck zu erstellen. Dabei wurde zuerst die Hardware des Zielsystems untersucht, damit nur die benötigten Treiber in das Image aufgenommen werden müssen. Durch diese Vorgehensweise und durch die Auswahl der benötigten Betriebssystemmodule kann ein kleines und robustes Image erzeugt werden. Es ist möglich, das Betriebssystem von einem Read-Only-Datenträger zu booten. Sollte sich auf dem Erstellen Windows Embedded System ein Virus, oder ähnliches, einschleichen, reicht im Idealfall ein Reset, um das System von Viren zu befreien. Windows Update gibt es im Windows Embedded Standard 2009 nicht. Updates können manuell oder über Windows Server Update Services (WSUS) eingespielt werden.
Interessant war auch, dass Vista nie eine Rolle in der Embeddet Welt spielen wird. Der Nachfolger von Windows Embedded Standard 2009 wird auf Windows 7 basieren.
Fazit: Ein sehr interessanter und verständlicher Vortrag über ein Thema, das für mich Neuland war. Es fiel auf, das Alexander Wechsler während des Vortrages sehr gut mit dem Publikum kommunizierte.