Seit einer knappen Woche bin ich stolzer Besitzer eines HTC 7 Trophy mit dem brandneuen Windows Phone 7 Betriebssystem. In den vergangen Tagen hatte ich genügend Zeit, um das Gerät ausführlich zu testen und kann jetzt ein erstes Fazit ziehen.
Hardwareausstattung und Verarbeitung des HTC Trophy
Meine letzten beiden Mobiltelefone waren von Sony Ericsson, dort waren die verwendeten Materialien und die Verarbeitung einzigartig. Beide Geräte habe ich jeweils 2 Jahre genutzt und ich habe es nicht geschafft, auch nur einen Kratzer ins Display zu bekommen. Demzufolge sind meine Ansprüche an die Qualität sehr hoch. Die Oberschale des Gerätes ist aus schwarz beschichtetem Aluminium. Um das Display herum wurde sie schwarze Beschichtung wegpoliert so das ein dünner silberner Rahmen entsteht, der etwas an das alte iPhone erinnert.
Auf der Frontseite gibt es keine mechanischen Tasten. Unter dem Display gibt es, wie bei jedem Windows Phone 7, drei Tasten: Zurück, Start, und Suche. Diese drei Tasten liegen, meiner Meinung nach, zu nahe am Display. Mir ist es schon einige Male passiert, dass ich bei der Bedienung versehentlich auf Start gedrückt habe, denn üblicherweise liegt das Menü bei dem App’s direkt über den drei Tasten. Was mich wirklich nervt, ist das kurze vibrieren beim Druck auf die Start- und Zurücktaste. Ich habe noch keine Möglichkeit gefunden dies abzustellen. Gerade wenn das Gerät auf dem Tisch liegt stört das kurze laute brummen. (Foto: HTC)
An der Oberseite des Gerätes gibt es einen ein/aus Taster, mit dem man das Gerät in den Standby schaltet und wieder aufweckt. Ansonsten gibt es nur noch einen Auslöser für die eingebaute 5 Megapixel Kamera. Es gibt nur zwei Anschlüsse, eine 3,5 mm Klinkenbuchse und eine Micro USB Schnittstelle. Mit der USB Schnittstelle kann das Gerät an den PC angeschlossen und auch aufgeladen werden. An der Unterseite gibt es keinen Connector, also wird es auch keine Dockingstation geben. Ich bin, etwas skeptisch ob die Micro-USB Schnittstelle zwei Jahre tägliches ein und ausstecken überleben wird, denn das HTC 7 Trophy muss bei mir täglich geladen werden. Von der Akkuleistung bin ich etwas enttäuscht, diese ist aber bei anderen Smartphons auch nicht besser.
Das Gerät besitzt einen altmodischen Simkartenslot, so muss man sich keine Micro SD Karte besorgen oder gar seine alte Karte auf abenteuerliche Weise mit einer Nagelschere verkleinern, wie es der ein oder andere iPhone 4 Besitzer getan hat. Nimmt man den Akkudeckel ab, ist das komplette Innenleben des Gerätes knallgelb. Sogar der Akku ist gelb. Warum man sich beim Design des Innenlebens so viel Mühe gegeben hat, ist mir ein Rätsel. Es sieht aber nett aus. Hält man den Akkudeckel in der Hand, wirkt er sehr zerbrechlich. Sobald der Deckel im Gerät eingerastet ist, ist er ordentlich fest. Das gesamte Gerät ist sehr verwindungssteif.
Auf der Rückseite ist ein Element, in dem ein LED-„Blitzlicht“, eine Kamera und ein Lautsprecher untergebracht sind. Dieses Element steht etwa einen Millimeter hervor, so dass das Gerät etwas kippeln kann, wenn es auf dem Tisch liegt und bedient wird.
Die Windows Phone 7 Software
Beim ersten Einschalten bootet das OS schneller als ich es von herkömmlichen Handys gewohnt war, die erste positive Überraschung. Das HTC Trophy habe ich bei Vodafone gekauft, demzufolge hatte ich ein nerviges rotes Branding befürchtet. Die Kacheln im Hauptmenü waren rot eingefärbt. Die Farbe kann man zum Glück in wenigen Sekunden umstellen. Des Weiteren war ein Vodafone Hub auf dem Startbildschirm installiert, den man auch sehr einfach deinstallieren oder auf die zweite Seite verschieben kann. Die Bedienung der UI ist sehr intuitiv und geht sehr schnell. Die animierte Warteanimation sieht man eigentlich nur, wenn das Gerät etwas über Wlan oder UMTS nachlädt. Dank Silverlight gibt es viele, aber sinnvoll eingesetzte, Animationen.
Auf der Startseite des Windows Phone 7 liegt per Default eine Outlook Kachel. Da ich davon ausgegangen bin, dass Outlook zum abrufen und senden von Emails geeignet ist, habe ich versucht dort mein Pop3 Konto einzurichten. Fehlanzeige! Outlook verlangt neben Benutzername, Passwort und Mailserver auch eine Domäne, die es bei Pop3 nicht gibt.
Gibt man keine Domäne ein, bekommt man eine unschöne Fehlermeldung:
Outlook auf dem Windows Phone 7 ist für Pop3 Konten unbrauchbar.
Lösung: In den Einstellungen gibt es einen Punkt „E-Mail-Konten & adere“, dort kann man ein Pop3 Konto erstellen und dann über einen normalen E-Mailclient nutzen, der auch auf dem Gerät vorhanden ist.
Was mir gut gefällt, ist die Kontaktverwaltung. Diese importiert auf Wunsch Kontakte von der Simkarte, von Windows Live und von Facebook. Sollten dabei doppelte Kontakte entstehen, können diese zusammen geführt werden. Beim Browsen durch die Kontakte kann man ganz nebenbei sehen, was der Gesprächspartner zuletzt bei Facebook gepostet hat.
Was meiner Meinung nach noch nicht marktreif ist, ist die Synchronisation von Live und dem Windows Phone 7. Auf windowsphone.live.com gibt es die Möglichkeit sein Phone zu orten, was bei mir jedes Mal mit nichtssagenden Fehlermeldungen gescheitert ist. Auch das Synchronisieren des Kalenders von live.com funktioniert bei mir nur, wenn ich einen Termin manuell eintrage. Termine, die ich in den Live.com – Kalender über Outlook importiert habe, werden nicht synchronisiert.
Das letzte, auf das ich im Test eingehen möchte, ist der Browser. Der installierte IE soll ein Internet Explorer 7 mit einigen Features des Internet Explorer 8 sein. Der Browser rendert jedoch anders als Internet Explorer 7 und 8 unter Windows 7. Webseiten, die im IE auf dem Desktop funktionieren, werden nicht immer auf dem Windows Phone 7 gut aussehen.
Fazit: Das Gerät überrascht durch Schnelligkeit sowie eine sehr gut durchdachte UI und macht im Alltag viel Spaß. Es gibt einige Dinge die nerven, die aber sicher noch durch Updates behoben werden, wie zum Beispiel Copy & Paste. Dies soll im Januar nachgeliefert werden.